Monarchist: „Life Noir“ – Schwarz ist das neue Laut

Monarchist aus Düsseldorf machen keine Gefangenen. Wer bei „Life Noir“ auf lauwarmen Modern-Rock oder beliebigen Metal-Matsch hofft, darf gleich wieder gehen. Stattdessen liefert das Quartett auf seinem zweiten Album eine scharfsinnig konstruierte Klangreise zwischen Melancholie, Melodie und Metal-Kante. Dunkel, intensiv und erstaunlich durchdacht – eine Platte, die zwar heavy ist, aber nie hohl.

Monarchist und ihr Cineastischer Auftakt 

Los geht’s mit „La Vie en…“, einem düsteren Intro, das eher an ein Filmmusik-Fragment als an ein klassisches Album-Opener erinnert. Düster, elegant, fast schon majestätisch. Doch damit ist erst die Spitze des Eisbergs erreicht. 

Es folgt der Opener „Noir“: Folk-Vibes, kräftige Gitarren und über allem die Stimme von René Schmitz – ein Bariton zum Niederknien. Nicht einfach nur “gut gesungen”, sondern wirklich markant. Die Art von Stimme, die hängen bleibt, wenn andere schon vergessen sind.

Hymnen, Hooks und Hall bei Monarchist

Mit „Have You Heard the News?“ folgt ein Midtempo-Metal-Hit, der auf der Bühne garantiert alle Hände in die Luft bringt. Eingängig, ohne platt zu sein – das können nicht viele. Gitarrentechnisch gibt’s hier feinstes Futter für Feinschmecker. Mit „Astronaut“ liefert die Band einen echten Gänsehaut-Moment. In der Mitte zerreißt der Song sich selbst, bricht auseinander und setzt sich wieder zusammen. Episch, traurig, bildgewaltig. Wer dabei keine Kopfkinobilder bekommt, hört nicht richtig zu.

Monarchist zwischen Wucht und Weichzeichner

„Undream“ wechselt souverän zwischen brachialem Druck und fast zarten Zwischentönen. Die Gitarre klebt im Ohr, der Chorus sitzt – live wird das Ding vermutlich alles in Schutt und Asche legen. „Into the Ivory Tower“ beginnt dann ruhig, fast trügerisch zart mit Akustik-Gitarre, aber entfaltet dann seine eigene Dynamik. Kein Highlight – aber auch kein Lückenfüller.

„Mind in a Box“, erinnert mit einem Augenzwinkern an Punkrock à la Bad Religion – zumindest in weiter Ferne. Hier mischt sich Metal mit Rotzigkeit. Unerwartet, aber funktioniert.

Achtziger, Wahnsinn, Wiederhören

Mit „Plaster Saint“ flackern die 80er durch. Der Gitarrenbreak? Mehr als „nice“. Catchy ohne peinlich zu sein. Gefolgt von „Cabin Fever“. Hier zeigen Monachrist, dass sie auch in härtere Regionen vordringen können, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren. Melodie bleibt Trumpf, selbst wenn’s scheppert.

„Life in the Jungle“ bringt zum Ende nochmal einen echten Höhepunkt. Druckvoll, emotional, klug komponiert. Wer hier nicht die Repeat-Taste sucht, hat das Album nicht verdient.

Und dann: Vorhang zu

Mit „No Time to Shine“ gibt’s zum Abschluss nochmal eine balladeske Ausfahrt. Weniger Pathos, mehr Gefühl. Würdiger Abschluss eines Albums, das von vorn bis hinten überzeugt – ohne auf Krawall zu setzen.

Kein Brett. Keine Kante. Sondern Kunst.

Monarchist haben mit „Life Noir“ kein Moshpit-Manifest, sondern ein hörenswertes, intensives, kluges Rock-Metal-Album hingelegt. Die Mischung aus klassischen Heavy-Metal-Wurzeln, modernen Melodien und melancholischem Tiefgang funktioniert erstaunlich gut. Jedes Stück klingt durchdacht, jedes Riff hat Gewicht, jeder Refrain Potenzial.

Dass dabei kein einziger Song aus der Reihe tanzt, sondern alles stimmig ineinandergreift, spricht für die Reife dieser „Newcomer“. Und dann wäre da noch René Schmitz – dieser Typ kann nicht nur singen. Der bleibt.

Ist da noch Luft nach oben? Klar, immer. Aber „Life Noir“ kratzt schon verdammt nah an der Oberkante.

Punkte: 9 von 10.
Kein Krawall – aber Klasse. Kein Klischee – sondern Charakter.

Tracklist:
1. La Vie en…
2. Noir
3. Have You Heard the News?
4. Astronaut
5. Undream
6. Into the Ivory Tower
7. Mind in a Box
8. Nil
9. Plaster Saint
10. Cabin Fever
11. Life in the Jungle
12. No Time to Shine

Release Date: 24.04.2025

Soundcheck: MONARCHIST

Weitere Informationen zur Band Monarchist findet ihr in den sozialen Medien.

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