Tezura – „The Silent Remain Forgotten“: Gefunden zwischen Spotify-Algorithmen und Staubschicht

Tezura liefern mit „The Silent Remain Forgotten“ Metalcore mit Biss – Marcus hat die EP ausgegraben und lautstark reingehört.

Verfasst von Marcus @tendenz_schwarz

Tezura – das sind vier Münchner mit Hang zu Thrash, Metal und einer ordentlichen Portion Metalcore-Gefauche. Ein bisschen Trash, ein bisschen Metal, ein bisschen Chaos – wie ein Mixteller aus der Hölle, aber mit Stil.

Zugegeben, ihre EP „The Silent Remain Forgotten“ ist kein brandneuer Hotdog vom Grill, sondern eher ein verdammt gut durchgezogenes Steak vom April 2024. Aber hey – Musik ist kein Fischfilet! Sie wird nicht schlecht, nur weil sie ‘n bisschen liegt. Spotify wirft zwar gern alles nach fünf Tagen auf den digitalen Komposthaufen, aber Marcus hat die EP gerade erst entdeckt. Und wenn Marcus was entdeckt, dann wird’s angehört – mit Kopfnicken, Stirnrunzeln und allem, was dazugehört.

Ob sich das Wieder-Ausbuddeln lohnt? Findet’s selbst raus – Marcus hat jedenfalls mal das Ohr ganz tief reingehalten.

: 23.04.2024, 5 Songs

Spielzeit: 19:48 Minuten

Songs: „Nothing to Me“, „Down the Drain“, „Remain Forgotten“, „Our Fate“, „Still Here“

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Bereits im April des vergangenen Jahres brachten die 4 Musiker der Band Tezura aus München ihr erstes zusammengesetztes Werk in Form einer EP „The Silent Remain Forgotten“ auf die gängigen Streaming – Plattformen der Musiklandschaft.

2018 gegründet gibt sich die Truppe allein schon wegen ihres enormen technischen Könnens an den Arbeitsgeräten und einer zweifellos sehr stattlichen Produktion ihres Songmaterials wenig Blöße.

Künstlerisch bewegen sie sich in einer Melange, die im Hauptkern Metalcore basiert um die Ecke kommt. Glücklicherweise lassen das Riffing und die Strukturen jedoch mehr als ausreichend Platz für die ein oder andere prägnante Melodielinie und weiteren Spielereien. Damit wird das Soundungetüm nicht zu einem erschlagenden Einheitsgebräu, sondern zu einer nachhaltigen Vergegenwärtigung.

Insofern haben es die Jungs ziemlich gut hinbekommen ihr Genre-Spektrum intelligent zu erweitern. In der Vergangenheit wurden immer wieder Vergleiche zu Trivium und Sylosis gezogen – Bands der vermutlich dritten oder vierten Wiederbelebungswelle des Thrash Metals – und ja, dem kann man zweifelsohne zustimmen.

Mit den beiden ersten Stücken „Nothing to me“ und „Down the Drain“ hämmern Tezura vorneweg gleich mal die Pfosten in die Erde. Ein hartes, vorwärtstreibendes Schlagzeug pusht den Rest der Truppe nach vorne. Schnörkellos, griffig und kompakt wird hier agiert. Die Gitarren flirren zwischen thrashigen Riffs, sinnieren in einer eingängigen Melodieführung, feinem Solo und in der Gesamtheit mit einem gewaltig erzeugten Soundhintergrund. Die eingewobenen Textzeilen passen in ihrer Darbietung wie A**** auf Eimer. Klassische wuchtige Opener, überzeugend aber mit Luft nach oben.

Die folgen mit den anschließenden drei Songs. Die zweite Hälfte eröffnet „Remain Forgotten“ mit einem endgeilen Beginn. Musik sollte man nicht nur mit den Ohren hören. Es sollte immer ein sinnliches Gesamterlebnis sein. Und ab diesem Song fängt die Bilderfahrt im Kopf an. Es sind die kleinen Momente, die etwas besonders machen.

Sowohl dieser Song als auch die abschließenden „Our Fate“ und „Still Here“ haben einen größeren Groove-Anteil, Variationen an Tempi, Stilbrüchen und atmosphärischen Szenerien. Dadurch wirken sie sofort größer, atmender und erwachsener. Die zusätzlichen Einschübe an handwerklichen Spielereien der modernen Technik machen die EP zu einem ausgesprochenen Hörerlebnis.

Mein persönlicher Tagessieger ist … „Still Here“ … eine Mischung aus sehr cool, End-of-Green-Timbre des Sängers, Soundtrack-Vibe zu Beginn eines neuen 007-Films und und und. Wirklich ein klasse Song!!!

Mehr zur Band Tezura findet ihr in den Socials.

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