Jools: „Violent Delights“ – Wut trifft post-punkige Ekstase

Jools liefern mit Violent Delights ein wuchtiges Post-Punk-Album zwischen Noise, Rap und Hardcore. Emotional roh, musikalisch wild. Nichts für nebenbei, aber durchaus hörenswert.

Text: Mia Lada-Klein

Die junge Band Jools aus Leicester mischt die Szene mit einem Album auf, das mehr ist als nur ein Soundclash. Violent Delights, am 4. Juli erschienen, ist keine leichte Kost, aber wer hat das vom Post-Punk je erwartet?

Jools: Soundgewalt trifft Seelenspiegel

In nur zwei Wochen im The Ranch Studio aufgenommen, vereint Violent Delights Einflüsse aus Metal, Rap, Post-Hardcore, Hip-Hop und – natürlich – dem klassischen Post-Punk. Was auf dem Papier wie ein stilistischer Krater klingt, funktioniert erstaunlich gut. Die Platte ist eine emotionale Talfahrt: Themen wie Trauer, toxische Männlichkeit, sexuelle Gewalt und Identität werden ungeschönt verarbeitet. Nicht als Pose, sondern als gelebte Erfahrung.

Jools zwischen Groove, Groll und Gitarrengewitter

Der Opener The Pleasures ist ein genre-sprengender Hybrid aus Rock und Hip-Hop, irritierend eingängig und alles andere als gefällig. Limerence gibt sich erst zahm, bevor er im Mittelteil explodiert. Cardinal kommt mit britischem Vibe, der sich gitarrentechnisch zum Noise-Gewitter hochschraubt. Und es ist eines der stärksten Stücke des Albums: schnörkellos, druckvoll, erinnerungswürdig. Guts flirtet sogar kurz mit Garbage der alten Tage: düster, catchy, in der Mitte bassgetrieben.

Jools und ihr Titeltrack

Der titelgebende Song Violent Delights setzt zum Finale auf Spoken-Word-Passagen, die eine beklemmende, unterschwellige Bedrohung erzeugen. Fernab von Radiotauglichkeit hinterlässt der Track als atmosphärischer Schlusspunkt durchaus Eindruck und fasst die düstere Stimmung des Albums verdammt gut zusammen.

Fazit: Laut mit Haltung

Jools liefern kein glatt gebügeltes Album. Violent Delights ist ungestüm, überladen und nicht immer on point, aber es hat Biss. Kein Hitfeuerwerk, aber ein ehrlicher Brocken, bei dem sich das Anhören und Durchschütteln lassen durchaus lohnt. 

Jools – Violent Delights (Tracklist):

  1. The Pleasures 
  2. Limerence 
  3. Cardinal 
  4. Mother Monica 
  5. Knee Injury 
  6. 97% 
  7. Guts 
  8. Live Deliciously 
  9. Dunoon 
  10. Violent Delights

Mehr zur Band Jools findet ihr in den Socials. 

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