Am Stück zurück

Hallo Welt hier spricht Mia

Vielleicht schließen wir manchmal schon vorher mit Beziehungen ab. Noch bevor alles ausgesprochen ist, noch bevor alles überhaupt spruchreif ist, noch bevor das große und entgültige Goodbye kommt. Vielleicht verabschieden wir uns still und leise schon im Vorfeld, ohne zu wissen, dass wir es wirklich tun. Wahrscheinlich stimmt alles mit mir. Alles ist normal und nichts an mir oder meinem Verhalten ist außergewöhnlich. Irgendwie ist es fast schon enttäuschend. Fast dachte ich, dass ich etwas besonderes in dieser Hinsicht sein könnte und nun stelle ich fest, dass ich ein ganz gewöhnliches Trennungsopfer bin. Vielleicht war ich schon weg, bevor ich überhaupt ging. Diese Erkenntnis macht es zwar nicht unbedingt leichter, aber erträglicher. Streng genommen freut es mich auch, irgendwie. Zumindest sollte es das, denn seit Tagen schon beschäftigt es mich, die Frage, ob ich denn normal bin oder nicht und ob ich denn normal reagiere oder nicht. Nun weiß ich, dass alles seine Richtigkeit hat. Nun kann ich wohl endlich diese eine große Kiste packen und sie mit allem füllen, womit ich sie eben füllen will und dann kann ich ganz zufrieden und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Es hat ehe wenig Sinn nach hinten zu schauen. Das sorgt letztlich nur dafür, dass man stolpert. Es ist vorbei. Ich bin normal und auch wieder da. Vielleicht ein wenig lädierter als vorher, aber wieder mittendrin. Das Thema wird mich noch eine Weile beschäftigen, aber nicht mehr weil es mich betrifft, sondern weil es ein Thema ist, welches alle irgendwann einmal betrifft. Also werde ich darüber schreiben und das auch nur, weil ich denke, dass es ganz vielen anderen Menschen so geht, wie es mir in den letzten Tagen ging. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist mit seinen merkwürdigen Gedanken und Gefühlen. Alles wurde schon mal irgendwann und irgendwo und von irgendwem genauso gefühlt und gedacht und wenn man diesen Ballast dann teilt, dann ist es nur halb so schwer. Hallo Welt, hier spricht Mia. Du hast mich wieder;-)

11 Gedanken zu „Am Stück zurück

  1. Alles schon mal da gewesen, ja.

    Du bist also gegangen, warst schon vorher fort, das ist immer so, glaube ich. Dann war das Heft des Handelns an Dir, das kommt zwar auf`s gleiche heraus, ist aber nicht ganz unerheblich, wer den ersten Schritt macht. Oft sind es die Frauen, die schon lange fertig haben, und die Männer sind schockiert.

    Gründe … oh ja. Unterschiedliches Wachstum, mit der Zeit deutlich sichtbar verschiedene Wege – das tut weh. Schlimmer noch ist Betrug oder die vermeintliche / tatsächliche Aussicht auf besseres. Für mich persönlich ist Verrat das schmerzhafteste, mehr noch als eine aushäusige Nacht. Wenn Dinge, die nur zwei angehen, heraus getragen werden …

    „Einvernehmlich“ – es gibt keine schmerzfreien Trennungen. Irgend etwas bleibt immer. Von lehrreichen Erkenntnissen über das, was man nicht möchte (wenn man schon nicht weiß, was man denn möchte, Stichwort Ausschlussverfahren) bis hin zu schwer angeschlagenen Selbstbewusstsein auf einer oder beidem Seiten.

    Heute ist vieles anders, bei mir. Liebe ist (auch) ein Versprechen, zu bleiben. Nicht durch dick und doof, aber durch dick und dünn auf jeden Fall.

    Sei herzlich gegrüßt, liebe Mia.

    1. Ich danke dir für deine Worte:-) Am frühen Morgen schon so aktiv:-)
      Gründe gibt es immer und letztlich findet man auch immer welche. Schockiert ist man am Ende so oder so, auch wenn man es schon vorher weiß. Die Realität ist eben was anderes als die Vorstellung. Schmerz fühlt man immer, aber ich glaube, dass ich diesen schon vorher hinter mir gelassen habe und die Tränen auch. Mit sich selbst im Ausgleich zu leben ist manchmal schon eine Herausforderung und wenn dann noch jemand im Boot sitzt und die Welt einem im Nacken, dann wird es noch komplexer. Manchmal denke ich, dass alles reine Glückssache ist, aber nur manchmal und nur ungerne verfolge ich diesen Gedanken:-) Was bleibt ist das, was da ist und nur daraus kann man kreieren:-)
      Ich wünsche dir einen schönen Tag:-)

  2. Hallo und Willkommen in deiner neuen Welt.
    Alles beginnt mit einem Gedanken und endet mit einem Gedanken. Zwischen diesen beiden Gedanken, entwickeln wir Gedanken. Manche führen zu einem nicht endenden Gedankenaustausch, andere zum letzten Gedanken. Du hast jetzt wieder den ersten Gedanken in der Hand. Möge er aus dem letzten, die Besten Gedanken kreieren.
    Lg Robert

  3. Guten Morgen Mia,
    irgendwann geschieht etwas in unseren Beziehungen, das wir eine Entfernung nennen könnten, wenn wir uns in unserer eigenen Entwicklung in unterschiedlicher Weise bewegen. Werte verschieben sich, Ziele ändern sich, Erfahrungen prägen uns. Dabei kommt es, so habe ich es im Leben oft erlebt, darauf an, den Partner zu beteiligen, mitzunehmen, zu integrieren. Hört sich leicht an und man mag denken, ist doch einfach, habe ich jedoch als nicht so leicht erlebt, bei mir, bei Freunden, bei Verwandten. Wie sehr teilt man seine Wünsche und Gefühle mit dem Partner? UND: Wie genau erkenne ich sie selbst? Im Idealfall spürt ein Partner Tendenzen und unterstützt dich, wo es geht, stellt in Frage, wo es widerspricht – Dir oder auch sich selbst. Gespräche sind der Schlüssel. Und Umarmungen im richtigen Moment.

    Wenn es dann dazu kommt, dass die Weggabelung zwei Menschen auseinander führen wird, so geschieht das selten abrupt. Bei mir war es wie bei Dir, fast immer. Man hofft, denkt über Hochs und Tiefs nach, spürt die zunehmende Distanz. Aber ist es nicht oft so, dass man innerlich sagt, nee, jetzt will ich darüber auch nicht sprechen. Warum auch immer. Man fühlt, was geschieht und nimmt es billigend in Kauf. Ramstein singen in Rosenrot: „Tiefe Wunden muss man graben, will man klares Wasser seh’n,…“ Eine Aussprache kann zu einer Klärung führen, alles unterschwellige wird ersticken, oder es kommt zur Eruption.

    Wie Reiner vorher geschrieben hat ist für mich auch der Verrat in jeder Ausprägung eine der unschönsten Varianten bei Trennungen. Aus Schmerz, Eitelkeit, Überheblichkeit, das ist einerlei. Dann noch Menschen gegenüber, für die man einst (und tief im Inneren immer noch) Gefühle hat. Nein.

    Schön, dass es Dir besser geht. 😊 Und Mia, natürlich bist Du der einzige Mensch auf der Erde, der diese Gefühle fühlt! Das kann nur so sein, denn Du bist Du, Deine Gefühle einzigartig, niemand sonst kann so fühlen und sein. Ähnlich, ja, aber Du weißt, die Nadel in Deinem Finger schmerzt viel mehr, als das Messer im Rücken des anderen. Nur allein bist Du deswegen noch lange nicht!
    So, lang genug geschrieben, fühle Dich nicht überfordert, habe ein schönes Wochenende und wenn es an der Zeit ist wirst Du mit einer tiefen Verbundenheit auf die Momente und Gefühle zurückblicken, die Dich einst mit Deinem Partner berbanden! Liebe Grüße, Olaf

    1. Liebsten dank für deine offenen Worte. Entwicklung ist wahrscheinlich das zentrale Thema gewesen. Ich habe im letzten Jahr sehr an mir gearbeitet. Nicht nur an den äußeren Umständen, sondern eben auch an mir. Ich habe Bücher gelesen und gehört, versucht meine Vergangenheit zu bearbeiten oder mich damit zumindest intensiver auseinander zu setzen. Ich merkte diesen Vorgang sehr bewusst. Was ich in vielen Therapiestunden nicht gelernt habe, dass habe ich jedoch im letzten Jahr im Alleingang geschafft. Vielleicht fruchtete die Therapie aber auch endlich. Irgendein Knoten wurde gelöst und es ging vorwärts. Wenn allerdings der Partner da nicht mitzieht und sich bei ihm und in seinem Leben rein gar nichts tut, dann wird es auf Dauer schwierig und immer schwieriger und wenn er es auch nicht will, dann hat man quasi schon verloren und wenn dann noch hinzukommt, dass man eine Wochenendbeziehung hat, dann ist das Ende da.
      Kommunikation ist eher meine Stärke, aber eine Wand antwortet nicht und dann ist man schnell der ewige Nörgler. Irgendwann gewöhnt man sich fast an diese Rolle, obwohl man weiß, dass einem diese Verkleidung nicht wirklich steht. Zu viele Stunden in Kliniken und mit Psychologen haben mir klar vor Augen geführt, was ich bin und was nicht. Das ist dann der Augenblick, an dem ich aufgegeben habe. Letztlich muss ich es halb traurig und halb glücklich formulieren, denn ich weiß, dass ich mehr gewonnen als verloren habe.
      Sei lieb gegrüßt

      1. Das erklärt mir (natürlich durch Deine Worte voll voreingenommen 😉) einiges, solche Veränderungen sind nicht einfach zu begleiten, doch was ist schon einfach, denn so plakativ es daher kommt bietet es eine schätzenswerte Möglichkeit gemeinsam neue und spannende Wege zu beschreiten. Dazu gehören immer zwei und wenn einer sich dem nicht in irgend einer Weise öffnet, so ist es läuft etwas vor diese verschlossene Türe (bildlich gesprochen). Wochenend – Beziehungen sind sicher nicht einfach, und wenn Du diese von Dir beschriebene Veränderung durchlebt hast, so hätte es an den Wochenenden gelegen, dies zu besprechen und daran zu arbeiten. Doch dann will man oft auch andere Dinge tun.
        Dein Leben ist schließlich dazu da, Dich zu entfalten, Dich zu finden, Dich zu entwickeln. Wenn da jemand da ist, der Dich daran hindert, ganz gleich, ob bewusst oder unbewusst, aus Nachlässigkeit oder Egoismus, oder warum auch immer, so wird es nur eine Beziehung auf Zeit sein. Zu Beginn fandet Ihr Euch, weil viel stimmte, danach beginnt das gemeinsame Wachsen, und wenn die Richtung eine ähnliche ist, wird es toll!
        Viele Erkenntnisse wünsche ich Dir, es ist bestimmt ein lebenslanger Prozess, meine ich, denn wir entwickeln uns immer auch ein Stück weiter in einer sich beständig verändernden Welt.
        Einen schönen Abend und liebe Grüße 🙋 😊

      2. Entwicklung ist das wichtigste, nicht nur in zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch, was das eigene Ich betrifft. Nichts ist schlimmer als Stillstand. Ich ertrage das sehr schwer, wobei ich nicht sagen will, dass man sich täglich neu erfinden muss. Ich bin für ein ruhiges und entspanntes Leben, aber ich bin sicher, dass du genau verstehst, was ich meine. es ist nun mal so, wie es jetzt ist und die Zukunft wartet. Mal schauen, was kommt oder wer. Das wird die Zeit zeigen. Alles wird sich entwickeln:-)

      3. Ich denke, ich weiß, was Du ausdrücken möchtest. 😊 Noch etwas zu einer meiner vorherigen Antworten:
        Sand: Wenn Du Sand in der Hand hältst, so bleibt er liegen, wenn Du die Hand offen hältst. Sobald Du sie versuchst zusammen zu drücken, um den Sand ganz fest zu halten wird er Dir zwischen den Fingern zerrinnen……
        Vogel: Nur der Vogel, dessen Käfig offen ist, kann sich entscheiden, freiwillig zu bleiben…
        🙋☺

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