Montagslyriker 10: JO_”Flüssige Liebe”

Aloha an alle kreativen Seelen:)

Der Montag ist da und wir düsen mit den Montagslyrikern wieder in die Welt der schönen Künste. 

Mein werter Kollege Matthias Breimann und ich sind wieder schick gekleidet und bereit für den Abend, also lassen wir die Worte sprudeln. 

Heute Abend haben wir eine bezaubernde Lyrikerin, die wir in der Montagslyriker-Community begrüßen dürfen.

Ihre Inspirationsquelle ist das Leben, das Erlebte, die Erfahrungen, die wir alle täglich machen müssen und auch dürfen. Alle diese Dinge sorgten bei ihr für den Wunsch des Festhaltens und mit Worten kann man das bekanntlich am besten. Und an alle Musiker, Maler und Fotografen da draußen – ja, es geht auch anders, aber wir Schreiber lieben nun mal die Worte.

Was unsere Montagslyrikerin allerdings nicht so mag, ist ihre Ungeduld und ihren Hang zum Perfektionismus. Aber wir haben doch alle unsere kleinen Ecken und Kanten. Ihre Hochsensibilität hat sie mittlerweile zu schätzen gelernt. Es ist manchmal Fluch und Segen zugleich, aber seien wir ehrlich: Das trifft auch auf das Leben zu.

Aber nun darf sie selbst das Wort ergreifen.

Herzlich willkommen bei den Montagslyrikern:

Jo – Instagram

 

 

Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zur Kunst verführte? 

Es ist das Leben – meine Erfahrungen, jeder Mensch, den ich getroffen habe, alles, was mich prägte und mich ausmacht. All das hat in mir den Wunsch erweckt, das Erlebte auch in Worten auszudrücken. Gerade die Poesie hat die Macht, Glück und Freude in schönster Form zu teilen und auch dem größten Schmerz mit Kunst Schönheit zu verleihen.

 

Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du … 

Mich selbst zu beschreiben, fand ich schon immer sehr schwierig. Die schlechten Eigenschaften fallen mir eher ein, als die guten. Deswegen stütze ich mich hier ein wenig auf die Beurteilung mir nahestehenden Personen. Es fielen Begriffe wie „großes Herz“, „aufrichtig“, „hilfsbereit“ und „empathisch“. Ich selbst mag an mir die Hingabe und Sorgfältigkeit, mit der ich mich gewissen Dingen widmen kann und auch meine Hochsensibilität. Auch wenn sie Fluch und Segen zugleich ist, möchte ich sie nicht missen.

Eine der Eigenschaften, die ich weniger an mir mag, ist Ungeduld, aber ich habe gelernt, dass manches eben seine Zeit braucht und manchmal auch mehrere Anläufe.

Außerdem bin ich irgendwie immer etwas zu spät dran, egal wie viel Zeit ich mir einplane.

Was mich an mir am meisten stört, ist eine gewisse Unsicherheit, ich schaffe es überwiegend sehr selbstbewusst aufzutreten, lege aber doch zu viel Wert auf die Meinung anderer, von der ich mich dann auch schnell verunsichern lasse. Zudem bin ich ziemlich selbstkritisch mit einem Hang zum Perfektionismus, was ich allerdings nicht immer schlecht finde.

 

Welche Götter verehrst du?

Es gibt viele Künstler, deren Schaffen ich mag. Sie alle zu erwähnen, würde den Rahmen sprengen.

Größten Respekt habe ich zum Beispiel vor einer Frau, die unter dem Pseudonym George Sand Frauen eine Stimme gab, in einer Zeit, in der wir noch keine hatten. Meine Bewunderung haben all die Frauen, die es ihr gleich taten und sich in einer von Männern beherrschten Domäne durchsetzten.

Des Weiteren bin ich sehr angetan von den Gedichten von Rose Ausländer und Mascha Kaleko. 

Doch ist es erstrangig die Kunst selbst, der ich höchste Achtung entgegenbringe. Da sie mir als beste Freundin immer zur Seite steht.

 

Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen? 

Bisher veröffentliche ich auf Instagram und in einer Anthologie. Ein Gedichtband ist ein großer Traum, den ich bald verwirklichen möchte.

 

Und nun, zeige dich! 

 

Wachsen

Ich trete heraus ans Licht,

lasse Träume zu,

lasse auch Tränen zu.

Trete aus meinem eigenen Schatten

und werde größer als ich selbst.

Trage meinen Körper

über die Schwelle –

aus der Angst ins Leben.

© jos_picsandpoems

 

Flüssige Liebe

Wie viele Tränen werden wohl im Stillen geweint,

ohne dass jemand davon weiß

und wie oft passiert das, weil einer liebt?

Warum lieben wir denn in Litern?

Wir sollten in Sonnenstrahlen lieben

und in Regenbögen und in Metern,

wir sollten meterweit lieben – und nicht in Tränen.

© jos_picsandpoems

 

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