Noel Husser: BEYOND (Review von Marcus)

Lasst uns in die Welt von Noel Husser eintauchen! Am 5. April hat er seine EP “Beyond” veröffentlicht, und Marcus, unser Master der Reviews, hat sich damit auseinandergesetzt. Doch bevor wir uns in die Details dieser fesselnden EP vertiefen, lest gerne das Interview mit Noel, dass ihr auf meiner Website findet. Darin gewährt uns Noel bereits einen Einblick in seine musikalische Welt. Von seinen Einflüssen bis hin zu seinen kreativen Prozessen.

Nun aber zu “Beyond”: Diese EP entführt uns auf eine emotionale Reise durch Noel Husser’s musikalisches Universum. Marcus hat sie gründlich unter die Lupe genommen und dabei einige faszinierende Aspekte entdeckt. Von den einfühlsamen Texten bis hin zu den mitreißenden Melodien bietet “Beyond” eine eindrucksvolle Palette von Klängen und Gefühlen. Marcus’ Review ist ein wahres Juwel voller Einblicke und spannender Gedanken.

Also, lehnt euch zurück, genießt seine Zeilen und lasst euch von der Musik von Noel Husser verzaubern. Denn diese EP hat wirklich das Potenzial, euch in eine andere Welt zu entführen.

 

 

Noel Husser: Beyond (EP)

Verfasst von Marcus

Mit der frisch erschienenen 5 Lieder umfassenden EP „Beyond“ macht sich der Multiinstrumentalist, Soundtüftler, Komponist und selbst produzierender Tausendsassa Noel Husser sein eigenes Geschenk als Solokünstler, welches er mit der Hörerschaft teilen möchte.

Aus seiner aktiven Bandbeteiligung als Gitarrist bei Leaving Caroline heraus nimmt er sich die Zeit, seinen kreativen, übersprudelnden Output außerhalb seiner „Hauptband“ und Genregrenzen hinweg in Wort und Töne zu verfassen.

Lediglich mit der Unterstützung eines Freundes an den Drums und bei den Chören nagelt er im Alleingang dieses feine Klangkunstwerk in die Konserve und leistet sich hierbei auch nicht den „Fehler“, sich in den Irrungen und Wirrungen der eigenen Geisteslandschaften zu verirren.

Mit „Beyond“ erzählt Noel Husser beinahe schon in metallischer Singer/Songwriter Manier Geschichten, die er mit seiner markanten tiefen Stimme (in dieser Form so zuletzt bei der Band Haggard wahrgenommen) gut ausbalanciert vorträgt. Seine Stimme ist klar und präsent, aber zu keinem Zeitpunkt übertrieben in den Vordergrund geschoben.

Eingekleidet wird das Ganze in einem erdig produzierten Soundgerüst, dass eine beinahe beängstigend schöne Melange aus progressiv klassischen Rock-Klängen, metallischen Stromgitarrenlinien, Dark- und Folk Metal Anleihen, Klavier – Interludien und orchestralem Bombast beinhaltet.

Das Wechselspiel zwischen diesen flächigen Soundlandschaften und bisweilen sehr ruhigen Kammermusik – Momenten ist fantastisch ausgewogen und macht „Beyond“ zu einem wirklich sehr spannenden Hörgenuss.

Und dass Herr Husser es vollbracht hat, Herrn B. Strid (ja, genau der von u. a. Soilwork und Night Flight Orchestra) bei dem Song „Evolve“ für eine Kollaboration klarzumachen, spricht erstens Bände und gibt zweitens auch noch einen stilistischen Einblick in die EP.

Damit habe ich mein positives Fazit vorneweg genommen, jetzt noch eine kurze Einzelsongbetrachtung:

 

  1. Conscious:

Epische Chöre entführen den Hörer in eine endlose Weite majestätischer, unberührter Natur, die einlädt und gleichzeitig vor ihrer alleinigen Existenz und Unwägbarkeit warnt. Das Thema wird durch die intensive Stimme textlich fortgetragen und in einer außerordentlichen Old School Prog – Rock Gemengelage mit vielen feinen Nuancen angeboten. Ein überwiegend ruhiger und experimenteller Beginn. Hymnisch hoch zehn. Vergleichbar mit sehr ruhigen Amorphis – Momenten oder dem Solo Projekt von Esa Holopainen, dass eine klassische Brücke zu dieser EP wäre. Bockstark!

 

  1. Beyond:

Bei dem Titelsong werden die Krallen ausgefahren. Die Stromgitarren nehmen Fahrt auf und lassen die ersten Riffs und Melodien im Äther grollen. Keine Eskapaden, immer songdienlich, aber sie lassen den Gesang und die Klavierklänge nicht aus ihren Fängen. In den Spitzen eine herrliche, wunderschöne Uptempo Nummer mit „weinenden“ Gitarren Solis und Melodieführung.

 

  1. Build the Character:

Eine emotionale Welle von Pathos und Energie, von zerbrechlicher Stärke und einer Suche nach der Zukunft eines Warums. Wie der Weg durch ein Labyrinth wechselt die Intensität und Dynamik des Lieds. Mit jeder Ecke und dem Nichtwissen um das dahinter wechseln sich Melodien, Gitarrenlinie und sanfte Klavierklänge, um ein großartiges Klangbild zu erschaffen. Kompositorisch zwingend.

 

  1. In these Lands:

Der Song, indem sich meines Erachtens die Reminiszenzen an die kühle, unendliche Weite skandinavischer Volksweisen und Mythen konzentriert wieder hören lassen. Wenn das Soundgerüst etwas metallischer ausgerichtet worden wäre, käme man allein durch die Atmosphäre selbst ein Stück weit an die legendären Bathory heran. Großes Kino. Ich verbinde zwar mit Bavaria andere Bilder, aber scheiß auf die Klischees. Ein tolles Lied für das Erträumen von einsamen Momenten.

 

  1. Evolve

So, und nun, als letztes Stück folgt „Evolve“ in der Zusammenarbeit mit dem viel beschäftigten Björn „Speed“ Strid von Soilwork.

Sanfte Klavierklänge umrahmen die beiden bemerkenswerten Stimmorgane und führen über in eine getragene Hymne, die im Mittelteil mit einem eruptiven Ausbruch von Orchesterbegleitung, Chor und Gitarrensolo Leinwandgröße erhält und einfach nur großartig endet. Aber das muss man sich einfach selbst anhören. Aber so was von. Großartig!!!

 

Fazit. Unbedingt anhören und in seiner umfänglichen Schönheit genießen. Sehr gute Arbeit (Kunst) geleistet, Herr Husser.

Sollte es eine Vinylversion geben…

 

Weitere Informationen zu Noel Husser findet ihr in den sozialen Netzwerken. 

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