Montagslyriker 8: April Nierose_Über menschliche Abgründe, den VERFALL und kompromisslose Eigenständigkeit

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Willkommen bei den Montagslyrikern:-)


Heute geht es weiter mit der achten Runde und mein werter Kollege Matthias Breimann und ich stehen schon bereit, um euch heute eine talentierte und junge Autorin vorzustellen, mit der wir uns in der nächsten Zeit etwas intensiver beschäftigen werden.
Diese Frau hat Persönlichkeit, Rückgrat, kennt ihre Grenzen, die sie gut definieren kann und kennt die Abgründe der menschlichen Psyche.
Das Schreiben ist für sie ihre Komfortzone, selbst wenn ihr Weg ursprünglich nicht in die Schreibwelt führen sollte.
Wir stellen euch diese Frau, die pure Frauenpower ist, in dieser Woche samt ihrer Werke vor und beschäftigen uns nächste Woche nochmal intensiver mit ihrer Buchreihe, die wir euch dann in Form von Rezensionen und Leseproben präsentieren.
In ihrer Welt gibt es keine Kompromisse, sodass sie als Selfpublisher frei und unabhängig ihre Werke selbst publiziert. Eigenständig betreibt sie ihr Marketing und gibt auch bei Instagram immer Einblicke in ihre Welt als Selfpublisher.
Ihre Buchreihe „VERFALL“ besteht momentan aus vier Teilen, die wir hier auch noch genauer vorstellen werden.
Heute stellt sie sich in einem längeren Interview zunächst einmal vor und gibt einen detaillierten Einblick in ihre Welt.
Ein herzliches Willkommen an April Nierose

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?

Tatsächlich ging es alles andere als dämonisch los. In Anbetracht meiner genetischen Ausstattung hätte man eine gewisse Prädisposition vermuten können. Meine Oma spielt schon ewig mit dem Gedanken, einen romantisch-autobiographischen Liebesroman zu schreiben, der die Tränendrüsen der LeserInnen vor größte Herausforderungen stellen soll. Meine Mutter schrieb in ihrer Jugend Kurzgeschichten und Krimis. Ihr Interesse für Serienmörder sowie True Crime steckte mich früh an. Außerdem führte ein romantischer Anflug beim Schreiben eines abenteuerlichen Piratenromans dazu, dass ich heute hier bin, so zumindest die Anekdote, die besagt, dass Schreiben nicht nur platonisch verbindet.
Ich wurde in diese Richtung gestupst, also tat ich das, was ein heranwachsendes Mädchen in solchen Fällen so tut – ich setzte alles daran, nicht zu schreiben. Was gar nicht so einfach war, denn das erste Mal erlebte ich den Schreibflow beim Verfassen einer Schulaufgabe in der fünften Klasse. Es geriet völlig außer Kontrolle, sodass ich statt einer halben Seite ein halbes Heft vollschrieb. Aber Schreiben passte nicht in meinen Plan, in das Bild von meinem erwachsenen Ich. Ich habe gesungen, wollte auf der Bühne stehen, sportlich sein, die Welt entdecken, nicht am Schreibtisch sitzen, doch die Muse war verdammt hartnäckig.
Ich war 17 Jahre alt, als ich meiner Mutter erstmals erzählte, dass eine Buch-Idee in meinem Kopf herumspukte und schilderte ihr den Anfang des Plots meines letztlichen Debüts. Sie fand es toll, insbesondere die ganz brutalen Szenen und ich dachte mir: „Was soll’s?!“ Letztlich hatte ich doch nichts zu verlieren.
So setzte ich mich an den Computer und begann zu tippen, ohne jemals nur ein einziges Buch gut gefunden oder von einem einzigen Schreibtipp gehört zu haben. Einfach so, nur für mich. So lief das Projekt, das nur ein einziges Buch werden sollte, schnell aus dem Ruder und wurde zu der Reihe, die man heute unter dem Titel „Verfall“ kennt. Dann kam mir das Leben dazwischen mit Abi und sonstigen Eskapaden, also ließ ich Verfall für ganze zehn Jahre ruhen, bis zu dem Tag, an dem ich sehr unzufrieden mit meinem Leben war und so von meinem Umfeld gereizt worden bin, dass ich ansagte, es sei endlich Zeit, etwas für mich zu tun. Das war im Jahre 2017, in dem ich Band 1 der Verfall-Reihe veröffentlichte. Ich überarbeitete das Manuskript, richtete mir bei Instagram ein Autorenprofil ein, suchte mir eine Lektorin und dann gab es kein Zurück mehr.

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2. Wer dich kennenlernen will, muss wissen, dass du …

Je älter ich werde und je mehr ich Menschen begegne, desto kürzer wird mein Geduldsfaden. Ich sehe nicht nur Unverschämtheit und Grenzüberschreitung in einer Geste, sondern die Haltung, die ein Mensch mit seinem Verhalten repräsentiert. Man kommt bei mir mit „War doch gut gemeint“ und „Reg dich nicht auf“ nicht durch, denn gut gemeint ist nicht gut gemacht und niemand hat mir zu sagen, wie ich zu reagieren oder wie ich mich zu fühlen habe. Am wenigsten dulden kann ich wohl Illoyalität. Ich kann nicht verzeihen, wenn man mir in den Rücken fällt, um einer anderen Person zu imponieren oder nicht zu mir steht.
Eine meiner unangenehmsten Eigenschaften für mein Umfeld ist die Neigung, mich in meinem kreativen Schreibchaos abzuschotten. Wenn ich hypomanisch an meinen Büchern schreibe, kann es passieren, dass ich mich bei meinen liebsten Freunden eine Weile nicht melde, was mir unheimlich leidtut. Wer aber viel Aufmerksamkeit braucht, kommt mit mir nicht klar.
Ansonsten komme ich schnell in angenehme Gespräche oder scherze mit völlig Fremden herum, sei es, wenn ich an der Kasse stehe oder fluchend im Schlafanzug die Mülltonnen vor das Haus rolle. Ebenso schnell finde ich Freunde, obwohl mir Smalltalk überhaupt nicht liegt. Themen wie Ernährung, Mode oder Deko bringen mich zum Schnarchen, aber bei lustigen, sarkastischen oder tiefgründigen Konversationen bin ich sofort dabei. Ich mag es, wenn Menschen mich zum Nachdenken inspirieren und mir neue Perspektiven eröffnen.
Im Alltag bin ich ein Problemlöser. Okay, ich kann mich sehr über Sachen aufregen, obwohl ich weiß, dass es das nicht wert ist. Aber wenn ich mich wieder abrege, geht es ran an die Lösungen.
Was gibt es noch? – Ich bin verrückt nach Katzen, kann mir stundenlang Katzenbilder ansehen. So war nach meinem letzten Umzug klar: kein Leben mehr ohne Stubentiger. Nun sind es zwei – und das sind Wüstlinge sondergleichen.

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3. Welche Götter verehrst du?

In den meisten Biographien von AutorInnen steht, dass sie schon früh große Begeisterung für das geschriebene Wort hegten, was sie dazu veranlasste, davon zu träumen, eines Tages ihre eigenen Welten zu erschaffen. Ich hingegen bin keine Leserin. Auch in anderen Bereichen finde ich viel mehr Freude daran, etwas selbst zu machen als zu konsumieren und so gibt es weder Vorbilder noch Inspiratoren.

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4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?

Ich gebe dieses Interview 😊 !
Ansonsten mache ich hauptsächlich Werbung über Instagram, wobei ich mit der Zeit immer weiter ins Bloggen abgedriftet bin. Letztlich mache ich nur das, womit ich mich wohlfühle. Schreiben ist nicht wie Arbeit oder Sport für mich, für die ich gern aus meiner Komfortzone krieche, um mich neuen Herausforderungen zu stellen. Schreiben ist meine Komfortzone, weshalb es hier für mich keine Kompromisse gibt. Dazu gehörte bereits die Entscheidung, meine Bücher keinen Verlagen anzubieten.

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5. Und nun, zeige dich!

Ich schreibe gern über menschliche Abgründe, aber auch über das Gute, was Menschen bewegt – Liebe, Freundschaft, Loyalität, Vertrauen. Verfall ist eine Thriller-Reihe, die sich stark auf Charakterentwicklung fokussiert, weshalb man nicht von einem typischen Thriller sprechen kann.
Alles beginnt damit, dass meine Protagonistin Hanna, die sich in einer Abwärtsspirale befindet, plötzlich von ihrem totgeglaubten Freund David aufgesucht wird, der keine Erklärung für sein Verschwinden liefert. In der Vergangenheit versuchte Davids Schwester, Hanna mit allen Mitteln loszuwerden, um ihrem Bruder, nahe zu sein – und das mit schweren Konsequenzen. In einem weiteren Handlungsstrang versucht ein Mädchen, ihrer Tante, die sie gefangen hält, zu entkommen.
So beginnt Verfall – vier Bände sind bereits veröffentlicht und voraussichtlich werden noch sechs kommen. Bestellen kann man die Bücher bei Amazon, für Unlimited Leser sind sie selbstverständlich kostenlos.
Bevor Band 5 erscheint, wird allerdings ein Einzelthriller von mir veröffentlicht werden. Die Rohfassung befindet sich in den letzten Zügen. Es geht um zwei Schwestern, die, obwohl sie eineiige Zwillinge sind, kaum verschiedener sein könnten. Während die eine oberflächlich ein perfektes Leben zu führen scheint, in Wahrheit jedoch mit aller Kraft versucht, ihre Ehe zu retten, hütet die andere ein dunkles Geheimnis und begegnet auf der Beerdigung ihrer Mutter einem Mann, der sie fasziniert, doch dieser verfolgt ganz und gar keine romantischen Interessen. Auch hier schreibe ich von menschlichen Abgründen – Verrat, Neid und Hass, aber auch Aufrichtigkeit und Liebe, gepackt in einen Thriller, der wie die Verfall-Reihe nicht ohne Triggerwarnung auskommt ….

Nun hoffe ich, dass ich schon bald den „Veröffentlichen“-Button drücken darf 😊

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Buchreihe erhältlich bei:  AMAZON

3 Gedanken zu „Montagslyriker 8: April Nierose_Über menschliche Abgründe, den VERFALL und kompromisslose Eigenständigkeit

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