Norman rockt mit seinem Projekt The Anti Archive, schreibt beim Unleashed Magazin und mischt bei den Montagslyrikern mit. Wir haben ihn gefragt, was 2024 musikalisch geboten hat.
Im Interview plaudert Norman unter anderem über die Magie von Powerwolf, die Energie von Anchors & Hearts und Derrys Horror-Punk-Charme.
Stell dich kurz mal vor. Wer bist du und wann hast du mit dem Schreiben von Musik-Reviews begonnen?
Ich bin Norman und bereits 37 Jahre alt. Seit über 20 Jahren, bin ich in der rockigen Welt zu Hause. Mein musikalischer Einfluss beginnt beim Rockabilly der 40er bis 60er Jahre, geht über Psychobilly bis hin zu Punk, Hardcore, Metalcore. Eigentlich spielt Musik eine große Rolle in meinem Leben, solange Drums und Gitarre echt sind und nicht elektronisch herbeigezaubert wurden. Ja, wann hab ich mit dem Schreiben angefangen? Das liegt schon etliche Jahre zurück. Allerdings war das immer mehr so nebenbei, da ich beruflich wenig Zeit hatte. Seit Anfang ´23 existiert “The Anti Archive” und seitdem schreibe ich mehrmals die Woche Plattenkritiken aus den verschiedensten Genres. Daraus hat sich dann auch die Zusammenarbeit mit dem Unleashed Magazin ergeben. Aber auch hier spielt mein persönlicher Geschmack eine große Rolle. Es gibt einfach Genres, die nicht zu mir und somit auch nicht zum Archive passen, beispielsweise Schlager oder Techno.
Welche Künstler oder Bands haben dich in diesem Jahr besonders beeindruckt?
Puhh, da gibt es einige. Anchors & Hearts sind zum Beispiel eine dieser Bands. Die Offenheit und Bodenständigkeit der Band hat mich sehr beeindruckt. Es war auch eine Neuentdeckung für mich, ich war hin und weg, als ich die neue Platte der Jungs rezensiert habe. Sodass ich dann auch kurzerhand nach Frankfurt auf die Show gefahren bin und man sich persönlich kennengelernt hat. Aber auch ALLT aus Schweden haben mich mega gecatcht, mit ihrem Debut-Album. Ach Gott, da gibt es einfach zu viele und man lernt ja auch ständig neue Bands und Musiker kennen.
Was waren die Top 3 Alben, die du in diesem Jahr rezensiert hast, und was hat sie so besonders gemacht?
Da machst du es mir echt nicht leicht, aber ich versuche es mal.
- Powerwolf – Wake Up The Wicked … Ja, Powerwolf, eine Band, die mich auch schon viele Jahre begleitet und mich immer wieder fasziniert. Auch wenn gefühlt jedes Jahr ein Album kommt, ist es dennoch immer wieder aufregend, wenn etwas neues kommt.
- Anchors & Hearts – Deathlist … Die Message und der Stil der Jungs hat mich stark beeindruckt und irgendwie läuft die Platte ständig. Ein sehr ausdrucksstarkes Album, was auch Live verdammt gut rüber kommt.
- Loikaemie – Menschen … Durch die Band bin ich damals auf dem Schulhof, das erste Mal mit Punkrock/Oi! in Berührung gekommen. Somit war es ein sehr nostalgisches Erlebnis für mich persönlich, dass ich die neue Platte besprechen durfte.
Gab es in diesem Jahr ein Album, das deine Erwartungen übertroffen hat? Wenn ja, welches und warum?
Auch da gibt es in der Tat mehrere, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es “Remember The Curfew” von Derry. Die Jungs machen noch gar nicht allzu lange gemeinsam Musik, dennoch spürt man in den Songs eine starke Energie. Horror-Punk ist ein Genre, ich sage mal so, es ist schwierig, da aus der Masse heraus zu stechen, aber Derry haben es gepackt. Die komplette Band ist auf Stephen Kings Roman ES! aufgebaut. Das heißt, jeder der Songs hat irgendwas mit Pennywise oder Derry zu tun. Eine sehr geile Debut Scheibe, ich bin auch sehr gespannt, wie sie das toppen wollen.
Wie gehst du mit negativem Feedback oder Kritik um, die du für deine Rezensionen erhältst?
An sich bin ich immer offen für Kritik und Feedback. Wenn ich dadurch Tipps erhalten kann, etwas besser zu machen, nehme ich das immer gerne an. Aber in der Regel kommen meine Kritiken ziemlich gut an, was auch das positive Feedback der Bands immer zeigt.
Wie haben Fans und deren Reaktionen deine Wahrnehmung von bestimmten Alben oder Künstlern beeinflusst?
Gar nicht, denn ich mag es, mir mein eigenes Bild zu machen, das ist mir sehr wichtig. Denn wenn man voreingenommen an eine Platte rangeht, dann kommt da am Ende nur Mist bei rum und man sucht explizit nach Fehlern. So höre ich mir die Platte an und lese maximal den Pressetext und die Band Bio im Vorfeld. Es soll sich ja meine Meinung widerspiegeln und nicht die der Fans.
Gab es eine besonders denkwürdige Interaktion mit einem Künstler oder Fan, die dir in diesem Jahr in Erinnerung geblieben ist?
Ich kann mich nicht daran erinnern, ganz im Gegenteil. Denn das Feedback der Labels und Artists ist durchweg positiv und das ist für mich ein Zeichen, dass ich scheinbar alles richtig mache. Was ich damit sagen will ist, dass sich mein Projekt auch unter den Künstlern rumspricht und ich immer mehr Anfragen bekomme, als noch vor ein paar Monaten. Das freut mich natürlich und bekräftigt mich, damit weiterzumachen. Also wenn das hier eine Band, Label oder Promoter liest, ich bin immer offen für neue Schandtaten. Schreibt mir einfach bei Insta, einzige Punkte, die ich habe, es muss mit Rock/Metal zu tun haben und darf keine Nazischeiße sein.
Mehr zu THE ANTI ARCHIVE findet ihr in den Socials.
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