Doppelbock: Frankfurter Berg (Review)

Doppelbock ist nicht nur ein Bier, sondern auch eine Band – und eine, die sich definitiv nicht in den Standard-Kanon deutscher Rockmusik einfügt. Denn wenn man sich nach einem Starkbier benennt, setzt man entweder auf maximale Durchschlagskraft oder auf eine ordentliche Portion Humor. Im Fall der hessischen Folk-Punk-Truppe Doppelbock ist es wohl eine Mischung aus beidem. Ihre neue Single Frankfurter Berg, die am 14. März das Licht der Musikwelt erblickt hat, bestätigt das eindrucksvoll.

Der Sound von Doppelbock

Die Band setzt auf einen Sound, der irgendwo zwischen Oktoberfest-Feierei und Dropkick-Murphys-Attitüde pendelt – mit treibenden Beats, ruppigem Gesang und einem Akkordeon, das sich hartnäckig in den Vordergrund drängt. Klingt seltsam? Ist es auch. Funktioniert aber erstaunlich gut. Doppelbock haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur musikalisch, sondern auch thematisch das Leben mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Doch gerade bei Frankfurter Berg liegt unter der feuchtfröhlichen Oberfläche eine melancholische Note.

Eine Hymne zwischen Romantik und Tristesse

Der Song erzählt von einer Frau, die im titelgebenden Stadtteil Frankfurts aufwächst – Plattenbauten, Blaulicht, Drogen, soziale Tristesse. Sie ist keine Märchenprinzessin, aber eine Königin auf ihre eigene Weise: ungezähmt, faszinierend und doch von ihrem Umfeld gezeichnet. Diese Mischung aus romantischer Verklärung und harter Realität gibt dem Song eine Tiefe, die man von einer Band mit so einem Namen vielleicht nicht erwartet hätte. Wer aus Frankfurt kommt, wird die Bilder vor dem inneren Auge sofort wiedererkennen. Wer nicht, bekommt hier eine musikalische Tour durch die Schattenseiten der Stadt – aber eben mit Akkordeon und guter Laune.

Das dazugehörige Video ist, passend zur Band, angenehm unprätentiös. Keine künstlich aufgesetzte Dramatik, keine Möchtegern-Schauspielerei, sondern einfach eine sympathische, bodenständige Umsetzung des Songs. Doppelbock brauchen kein aufwendig inszeniertes Pathos – sie haben ihre Musik, ihr Augenzwinkern und die Fähigkeit, ernste Themen nicht mit todernster Miene zu präsentieren.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Welt ist ernst genug. Ein bisschen Folk-Punk, ein bisschen Humor und ein Sound, der nach feuchtfröhlichem Konzertabend riecht, tun da verdammt gut. Also reinhören, mitwippen und vielleicht mit einem echten Doppelbock anstoßen. Frankfurter Berg liefert den perfekten Soundtrack dafür.

Mehr zur Band Doppelbock findet ihr in den Socials.

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