„Bad Habit“ von LXNUS – Eiscreme-Rosa und Herzschmerz

„Bad Habit“ von LXNUS klingt nach Sommer, tut aber weh. Zwischen Eiscreme-Ästhetik und toxischer Liebe liefert der Song Pop-Punk mit Herzen und ein wenig Herzschmerz. 

Text: Mia Lada-Klein

LXNUS (wie Linus, aber mit coolerem X) ist nicht einfach nur ein weiteres DIY-Soloprojekt im Pop-Punk-Zirkus. Es ist das persönliche Ventil des deutschen Musikers, der seit Jahren auf der Bühne steht und mit verschiedenen Projekten unterwegs ist. Mit LXNUS macht er endlich genau das, was er will: kompromisslos, direkt und emotional. Kein Filter, keine faulen Kompromisse, aber dafür umso mehr Herz.

„Bad Habit“ – Wenn Eiscreme-Rosa trügt

Am 11. Juli erschien seine neue Single „Bad Habit“. Das Cover? Zuckersüß. Knallbunt, Eiscreme-Rosa, irgendwo zwischen Bubblegum und Barbiecore. 

Ein harmloser Popohrwurm für die Autofahrt zum See also?

Halb richtig.

Denn ja, der Song ist eingängig, die Produktion klar, modern und radiofreundlich. Aber unter der glänzenden Oberfläche brodelt es. „Bad Habit“ ist kein Feel-Good-Sommerhit im eigentlichen Sinne, sondern ein bittersüßer Abgesang auf eine toxische Beziehung, die einfach nicht loslässt. Eine Beziehung, die süchtig macht, obwohl sie einem nicht guttut. Oder gerade deswegen?

Liebesleid trifft Pop-Punk-Glanz

Lyrisch bewegt sich LXNUS irgendwo zwischen Emo-Tagebuch und Selbstzerstörungs-Poesie. Die Zeilen wirken fast zu ehrlich für diese glänzende Pop-Produktion. Die Kontraste erzeugen Reibung, machen den Song greifbar, nahbar und trotz aller Melancholie irgendwie tanzbar.

Der Sound erinnert an die Anfänge von Sum 41, gepaart mit einer Prise Machine Gun Kelly und dem Vibe eines vergessenen Songs aus einem American Pie-Soundtrack. Der Song ist ein bisschen wie ein Beziehungsdrama auf einem Jahrmarkt. Es schreit, es flackert, es tut weh, aber man will trotzdem nochmal fahren.

Toxic-Vibes 2025 – noch relevant?

Die Frage stellt sich: Ist das Thema toxische Beziehungen nicht längst durch? Ist es nicht das neue „Wir hatten Sex und dann Ghosting“ der Gen Z-Musik?

Vielleicht. Aber vielleicht ist das auch egal. Denn was LXNUS da erzählt, ist ehrlich. Und ehrlich wird nie langweilig. Die Art, wie er die emotionale Sackgasse musikalisch verpackt, holt alte Pop-Punk-Fans genauso ab wie jene, die gerade erst merken, dass „toxisch“ nicht nur ein TikTok-Trend ist.

Fazit: Keine Bewertung. Nur ein Versprechen.

Ich vergebe bewusst keine Punkte. Nicht, weil der Song „Bad Habit“ es nicht wert wäre, bewertet zu werden, ganz im Gegenteil. LXNUS liefert mit dieser Single einen starken, emotional aufgeladenen Einstieg in sein Soloprojekt. Doch eine Bewertung in Zahlen, Sternen oder Punkten funktioniert für mich nur im Kontext. Sie setzt Vergleich voraus, mit anderen Tracks, vielleicht mit einem Album, mit einer musikalischen Entwicklung, mit einer gewissen künstlerischen Bandbreite.

Und genau das fehlt mir hier noch. Nicht im negativen Sinne, sondern schlicht, weil LXNUS gerade erst anfängt, seine Geschichte zu erzählen. „Bad Habit“ ist ein Kapitel, eine Momentaufnahme. Und wie soll ich ein ganzes Buch bewerten, wenn ich nur eine Seite kenne?

Was ich aber sagen kann: LXNUS hat mit „Bad Habit“ meine Aufmerksamkeit. Und das ist mehr wert als jeder Zahlenwert hinterm Komma. Ich bleibe dran, weil ich mehr hören will. Weil ich sehen will, wo diese Reise hingeht. Und weil ich das Gefühl habe, dass da noch einiges kommt.

Bis dahin: Hört selbst.

Mehr zu LXNUS findet ihr in den Socials. 

Instagram 

TikTok 

 

 

 


Entdecke mehr von miasraum

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.