Eine gute Band braucht nicht nur einen guten Sänger, sondern auch eine epische Crew im Hintergrund. Da sind die Gitarristen, die Bassisten und die Schlagzeuger! Bei meinem Plausch mit Tobi von Raveslut und D.K. von Untamed geht’s um Musik und die Rolle ihrer Instrumente. Tobi rockt als Gitarrist bei Raveslut, während D.K. den Bass bei Untamed donnert. Was sie zu ihren Instrumenten zu sagen haben? Lest mehr im Interview!
D.K., du bist der Bassist von Untamed, und Tobi, du bist der Gitarrist von Ravesslut. Tobi, warum hast du dich für die Gitarre bei Raveslut entschieden und nicht für den Bass?
Tobi: Ich spiele seit zehn Jahren Gitarre und es hat sich einfach so ergeben. Der ehemalige Gitarrist von Raveslut ist ausgestiegen und sie suchten einen neuen. So bin ich zur Band gekommen.
Kannst du auch Bass spielen?
Tobi: Man merkt am Bass, dass ich eigentlich Gitarrist bin. Jeder Bassist oder jede Bassistin würde sofort merken, dass ich kein gelernter Bassist bin.
Warum ist das so? D.K., klär mich auf. Woran erkennt man das?
D.K.: Es sind bestimmte Bewegungen, die ein Gitarrist macht. Ich habe ursprünglich ja auch mit Gitarre angefangen und bin dann 2013 zum Bass gewechselt.
Kriegst du auch so blöde Witze ab? Über Bassisten.
D.K.: Ja, ja.
Ja, ja. 🙂 Warum wird der Bass so unterschätzt?
D.K.: Ich glaube, die Leute denken, der Bass spielt ja nur den Grundton. Dabei hält der Bass eigentlich alles zusammen.
Wie viel Zeit investiert ihr beide täglich ins Spielen und Üben? Oder probt ihr gar nicht, weil ihr einfach schon mega talentiert seid?
Tobi: Ich habe so eine tägliche Übungsroutine. Eine Stunde versuche ich mir täglich zu nehmen. Das klappt nicht immer, besonders momentan wegen meines Jobs, aber ich bemühe mich, täglich Zeit zum Spielen und Üben zu finden.
D.K.: Das ist echt gut. Bei mir ist das zeitlich oft schwierig, besonders wegen der Arbeit. Man kommt nach Hause, will kurz durchatmen und zweimal die Woche haben wir ja Bandprobe. Dann macht man hier was und da was und so verfliegt ein Tag oder auch eine Woche ziemlich schnell. In der Bandprobe nutze ich die Zeit intensiv, und wenn sonst mal Zeit ist, versuche ich auch zu spielen und zu üben.
Wie ist es denn beim Songwriting, Tobi, bei Raveslut? Schreibst du da die Gitarrenparts oder kommen die anderen an und sagen: mach mal?
Tobi: Das ist immer unterschiedlich. Die Grundideen kommen meistens tatsächlich von Thomas. Das ist auch in der Band so kommuniziert, weil die Band ein Herzprojekt von Thomas ist. Was wir aber schon immer machen, ist, dass wir die Songs in der Probe besprechen, wenn eine Idee da ist. Was kann man hinzufügen? Was kann man weglassen? Was kann man anders machen? So bringt sich dann jeder auch wieder ganz individuell ein.
D.K., ist das bei euch ähnlich?
D.K.: Ja, das ist bei uns ähnlich. Domi kommt oft mit einer Grundidee oder einem Riff, und das arbeiten wir dann aus. Zunächst spielt man die Grundtöne und probiert, was passt und was sich gut anhört. Das probiert man dann durch, und wenn es sich gut anhört, dann passt es.
Sowohl Ravesslut als auch Untamed bestehen jeweils aus drei Bandmitgliedern. Das bedeutet, auf der Bühne seid ihr und der jeweilige Frontmann zwangsläufig im Fokus. Verstecken geht nicht. Ihr müsst also abliefern. Setzt das einen auch etwas unter Druck? Denkt man manchmal, ach, das wäre schon schön, wenn man jetzt neun Leute hätte wie bei Slipknot. Ich stelle mich heute lieber weiter hinten auf, lass mal die anderen nach vorne.
Tobi: Also ab und zu ja. Es kommt auch tatsächlich immer so ein wenig auf die Location an. Ich war davor in einer Band mit vier Leuten und der andere Gitarrist hat damals viel Arbeit in die Performance gesteckt. Jetzt bleibt alles an mir hängen, auch die Solo-Parts. Da ist im Kopf dann schon immer viel los: Jetzt bewegen, jetzt stehen bleiben, jetzt atmen, atmen, atmen, nicht umfallen. Aber man gewöhnt sich dran. Es ist aber schon durchaus so, dass ich nach einem Auftritt erst mal wieder runterkommen muss.
D.K., euch durfte ich ja schon live erleben. Das ist auch immer eine sehr schöne Interaktion bei euch. Aber tatsächlich stehen du und Domi Niggl immer direkt vorne. Es ist ja nicht so, dass Flams über das Schlagzeug springt und dann mit Sticks jongliert.
D.K.: Noch kann er das nicht.
Noch kann er das nicht. Er übt also noch. Da können wir gespannt sein, was ihr euch da noch so überlegt habt für die Zukunft.
D.K.: Also wir haben ja tatsächlich einen direkten Vergleich. Wir waren ja zu Beginn zu viert. Da hat man alles natürlich anders aufgeteilt. Dadurch, dass dann eine Gitarre wegfiel, haben wir das anders aufteilen müssen. Aber so direkt im Kopf wie Tobi hatte ich das tatsächlich nicht. Ich bin eher der Typ, der einfach sein Ding macht. Man weiß ja, wie es geht, also mach ich das. Hat bis jetzt zumindest immer ganz gut funktioniert.
Gitarre und Bass sehen für viele auch erst mal gleich aus. Wenn ich meine Großmutter jetzt fragen würde, die würde da zunächst keinen Unterschied sehen. Für die wären da zwei Männer mit einer Gitarre. Klärt doch mal diese Leute auf, wo der Unterschied besteht zwischen Gitarre und Bass? Gitarre für Dummies erklären und Bass für Dummies erklären.
Tobi: Gitarre für Dummies erklärt: Hat sechs Saiten, kann man zupfen oder mit Plektrum spielen. Sie hat eher einen höheren Sound, kann elektrisch oder akustisch sein und man kann damit verschiedene Töne und Akkorde erzeugen.
Und sie ist kleiner als der Bass, oder?
Tobi: Und sie ist kleiner als der Bass. Das stimmt.
D.K., erklär doch mal den Bass für jemanden, der musikalisch nicht geschult ist.
D.K.: Der Bass ist tatsächlich ähnlich wie die Gitarre, aber größer und hat dickere Saiten. Es gibt ihn mit vier, fünf oder sechs Saiten. So ist der Bass.
Wenn ich dir einen riesigen Kontrabass auf die Bühne stellen würde, könntest du den spielen?
D.K.: Probieren würde ich es auf jeden Fall. Ich denke, dass es sehr ähnlich sein sollte.
Wäre das was für die Zukunft von Untamed? Ein großer Kontrabass auf der Bühne?
D.K.: Durchaus denkbar. Wer weiß, vielleicht als Special-Effekt bei einem Song.
Tobi, ich bin ja ein großer Fan von John Frusciante von den Red Hot Chili Peppers. Ist das in deinen Augen ein guter Gitarrist?
Tobi: Also, ich finde das Spielen von John Frusciante phänomenal. Mit den Red Hot Chili Peppers, muss ich gestehen, kann ich allerdings nicht so viel anfangen. Ich habe absolut nichts gegen die Band, aber es ist tatsächlich nicht mein Hauptgenre. Aber John Frusciante, das kann man sagen, da kann man üben, üben, üben, man kann die Struktur seiner Songs üben, aber man würde an John Frusciante trotzdem nicht wirklich rankommen. Er ist ein Genie auf der Gitarre wie kein zweiter.
Kommen wir zurück zu Raveslut und Untamed. Was bei Untamed Domi Niggl mit Gesang und Gitarre übernimmt, ist bei Raveslut etwas anders. Da spielt Thomas ja Bass und singt. Und du übernimmst die Soli auf der Gitarre? Ist das so?
Tobi: Ja, ich habe die Soli-Parts. Das hat auch einen Grund, weil Thomas sagt, dass es für ihn einfacher ist, wenn er am Bass den Rhythmus spielt und gleichzeitig singt, als wenn er Gitarre spielt und gleichzeitig singt. Da würde entweder der Gesang oder das Spielen qualitativ drunter leiden. Deswegen hat er sich eine andere Person gesucht, die Gitarre spielt, damit es ein sauberer und qualitativ hochwertiger Gitarrensound live ist.
Was ist schwieriger, wenn es an den Soundcheck geht? Gitarre oder Bass?
D.K.: Ich glaube, die Gitarre. Ich weiß es aber nicht genau. Tobi?
Tobi: Würde ich jetzt auch nicht genau sagen können.
D.K.: Ist wirklich schwierig zu sagen.
D.K., spielst du mit Plektrum?
D.K.: Tu ich. Ich glaube, wenn man Gitarrist ist und sich dann einen Bass kauft, spielt man automatisch erstmal mit Plektrum. Ich finde, es gibt auch mehr Druck und mehr Kraft vom Sound her. Wenn ich jetzt mit den Fingern so einzelne Töne schnippe, dann geht das schon, aber alles darüber hinaus, da bin ich raus.
Tobi, du spielst deine Gitarre auch mit Plektrum?
Tobi: Ja, ausschließlich. Klar, man könnte auch zupfen, aber das ist tatsächlich nicht so meine Königsdisziplin. Da müsste ich wahrscheinlich noch mehr üben.
Vielen Dank für eure Zeit und die Gitarren- und Bass-Geheimnisse von Raveslut und Untamed. Jetzt könnt ihr euch wieder den wirklich wichtigen Dingen widmen – also, ab zurück zur Musik und ran an die Verstärker!
Mehr zu den Bands Untamed und Raveslut findet ihr in den sozialen Medien.
UNTAMED
RAVESLUT
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