The Butcher Sisters: Der lange Weg zum kontrollierten Wahnsinn

Fünf Musiker auf der Bühne, zwei Musiker stehen vorne, schauen in die Kamera und halten ein Mikro

Soundcheck Sessions mit Mia (Interview)

The Butcher Sisters im Interview: Stroppo und Alex über Humor, langen Atem, den späten Durchbruch, Festivalträume und Erfolg im Musikbusiness.

Interview: Mia Lada-Klein

Bildquelle: Website von The Butcher Sisters

Am 23. Januar veröffentlichen The Butcher Sisters ihr neues Album „Das Schwarze Album“. An der Front stehen Stroppo und Amazing Alex, zwei Freunde des gepflegten Unsinns, die musikalisch dennoch genau wissen, was sie tun. Die Band existiert zwar schon seit 2011, doch erst in den letzten Jahren hat sich das Chaos zu etwas entwickelt, das man Erfolg nennen kann. Auftritte bei Wacken und Rock am Ring, dazu ein Song mit Doro Pesch, also keine schlechte Bilanz für eine Truppe, die auf der Bühne lieber Bananen reitet, als sich allzu ernst zu nehmen.

Doch hinter dem Klamauk steckt mehr als nur ein gut geölter Witz. Hinter all dem Lärm stehen Musiker mit jahrelanger Erfahrung, viel Geduld und wie sie selbst sagen, einem ziemlich langen Atem.

Im Gespräch mit Stroppo und Alex geht es um einen Aufstieg, der nach fünfzehn Jahren plötzlich aussieht, als wäre er über Nacht passiert. Wir sprechen über Bühnen-Alter Egos, erfüllte Festivalträume und die seltsame Leere, die manchmal einsetzt, wenn man seine Ziele tatsächlich erreicht. Und natürlich darüber, was es wirklich braucht, um im Musikzirkus irgendwann doch noch zu gewinnen.

Mein Review zum neuen Album von The Butcher Sisters findet ihr auf meiner Website: Das Schwarze Album: The Butcher Sisters lachen den Ernst aus

The Butcher Sisters: Humor, Chaos und ein verdammt langer Atem

Ich habe jetzt nicht so viele Fragen zu eurem Album, sondern eher zu euch. Ich habe nämlich gehört, es ist super schwierig, euch zu interviewen. Stimmt das?

Stroppo: Wer sagt sowas?

Also wenn ich meine Quellen verrate, wäre das ja ganz gemein. Und was ich auch noch erwähnen will, das geht tatsächlich an Alex. Du erinnerst mich ein bisschen an… ihr kennt Trio? Peter Behrens an der Trommel, der lustige Clown. In meiner Welt ist das ein Kompliment, weil ich ein großer Peter Behrens-Fan bin. Aber jetzt komme ich mal zu den Fragen. Wie anstrengend ist es denn immer, eure Rolle zu spielen? Gerade ihr, ihr habt doch auch mal einen beschissenen Tag, oder? Und trotzdem muss man ja auf der Bühne performen. Oder seid ihr wirklich so? Was ich aber nicht glaube, sonst wärt ihr nicht so erfolgreich.

Alex: Kommt immer auf die Drogen an, die man nimmt.

Stroppo: Genau, meistens ist es der Uhu-Kleber. Wenn man davon drei Flaschen inhaliert, dann kommt der Spaß von alleine.

Ist das so? Na gut, das muss ich echt mal testen. 

Stroppo: Also Spaß beiseite. Wir haben gerade drei Pausetage. Ich finde es schlimm, dass man nach so vielen Reizen und so viel Spaß dann einfach zwangsläufig runterfahren muss. Ich saß heute Morgen zu Hause, völlig leer, obwohl gar kein Grund für Traurigkeit da war. In mir drin war einfach nichts.

Das hört man ja oft von Leute nach Ecstasy-Konsum. Man nennt das “Midweek-Low”. Ist vielleicht bei Künstlern auch so.

Stroppo: Aber es ist dann umso dankbarer, wenn man wieder auf die Bühne geht. Auch wenn wir da nicht viel spielen, macht es uns selbst sehr viel Spaß. Es ist für mich die Wunschvorstellung, was ich als Zuschauer gerne sehen würde und dann gebe ich Vollgas. Ich liebe das Gefühl, komplett unter Strom zu sein. Danach ist man natürlich erstmal kaputt. Wir sind also nicht immer so, das ist klar. Du bist ja auch nicht jeden Tag witzig, aber wir lieben den Spaß, den wir machen. Das ist authentisch, das spielen wir nicht.

Alex: Ich glaube, es ist eines der wichtigsten Dinge. Wir sind alle sehr humorvoll und das muss man ausleben können. Gespielt ist da tatsächlich sehr wenig. Wir decken eine Show ab und führen die Dinge dann aus, aber sie kommen aus uns heraus.

Ich habe euch beim Music Forge 2024 gesehen, wie ihr diesen Trinkwettbewerb auf der Bühne hattet und auf den Bananen geritten seid. Euer Name wurde in den letzten zwei, drei Jahren deutlich bekannter. Klar, ihr macht schon länger Musik, aber dass ihr euch so durch die Szene zieht, kam doch erst in den letzten Jahren. Woran liegt das? Glaubt ihr, dass genau diese Art von Humor, vielleicht auch ein bisschen flacher, so ein Atze Schröder-Vergleich fällt mir jetzt ein, so gut ankommt? Ist die Welt zu ernst, oder werden die Menschen vielleicht immer dümmer?

Stroppo: Wir haben vielleicht wirklich einen guten Zeitpunkt erwischt. Gerade ist die Welt irgendwie am Arsch. Viele Leute haben Bock auf ein bisschen Ausgleich. Ich glaube auch, es liegt aber auch an unserem langen Atem. Ich mache das mein ganzes Leben lang schon, da macht man natürlich auch viel falsch, lernt dazu, sammelt Erfahrung, schleift und poliert die Perle. Dann habe ich die Jungs getroffen und privat auch Reichweite aufgebaut. So kamen viele Dinge zusammen, die letztlich unsere Musik geschliffen haben, sodass sie in die heutige Zeit passt.

Ich würde mich ein bisschen mit Electric Callboy vergleichen. Ist das eine Beleidigung oder eher ein Kompliment für euch?

Alex: Weder noch. Also, die Sache ist die: Wir machen alle schon Musik, seit wir Teenager sind und probieren da natürlich viel aus. Gerade TBS, theoretisch gibt es uns schon seit 2011. Wir haben immer weiter unseren Stil verändert. Nicht, um irgendwo reinzupassen, sondern einfach nach unserem eigenen Geschmack. Es war uns schon immer wichtig, dass es lustig ist, aber der Humor hat sich über die Jahre verändert. Vielleicht auch, weil sich Trends ändern oder man selbst seinen Humor anpasst. Genauso ist es mit der Musik. Wir hatten einige Besetzungswechsel und haben jetzt, seit ein paar Jahren, unsere finale Besetzung gefunden und damit sind alle glücklich. Wenn du uns aber schon beim Music Forge gesehen hast, solltest du unbedingt mal auf Tour kommen. Da wird richtig „Boot gefahren“.

Ich habe ein bisschen Angst, dass ich verletzt werde.

Stropp: Du musst nur Schoner anziehen.

Geht auch so ein Marshmallow-Kostüm? Dann bin ich die mit diesem Kostüm?

Stroppo: Das Schöne bei uns ist einfach, dass wir uns über die Jahre alle immer besser kennengelernt haben. Dadurch geht die Musik jetzt in eine Richtung, die authentisch ist. Wenn man Sachen macht, die man selbst geil findet und nicht aus eingebildetem Stolz, dann merkt das auch das Publikum. Wir haben ein Genre entdeckt, das authentisch ist und uns allen richtig Spaß macht. Früher haben wir viel ausprobiert, jetzt haben wir einen Weg gefunden, der für alle passt.

The Butcher Sisters: Warum Anecken manchmal der bessere Karriereplan ist

Das klingt ja auch erfolgsversprechend. Bei euch geht es ja ein Stück weit in diese Richtung. Ich komme ja eigentlich aus dem Punk und habe neulich mit Joshi von ZSK darüber gesprochen, dass Musiker sein heute quasi ein Kunst-Luxusjob ist. Ihr habt ja selbst gesagt, dass ihr einen langen Atem hattet, viele Fehler gemacht habt und jetzt quasi eure Lorbeeren ernten könnt. Denkt ihr, man kann heute noch richtig durchstarten, also jede Band oder ist es ein Luxusjob nur für ganz wenige?

Alex: Das funktioniert. Das beste Beispiel ist die Band von unserem Schlagzeuger, Avralize. Eine mega Band, die super Musik macht, einfach anders. Ich glaube, man muss entweder hartnäckig sein oder etwas machen, das es so noch nicht gibt.

Stroppo: Beides ist wichtig. Dazu kommt, dass wir es lieben, zu nerven. Anderssein, anecken, genau das will das Publikum. Einfach was Neues.

Alex: Ein Professor an meiner Uni hat damals mal gesagt: Wer sich selbstständig machen will, sollte zehn Jahre dranbleiben. Nach zehn Jahren erreicht man meist den Sweet Spot, Professionalität kommt automatisch.

Stroppo. Du machst, was du liebst und bekommst, was du gibst.

Sehr philosophisch. Aber gibt es auch Fehler, über die ihr heute sagt: „Hätten wir damals anders entschieden, hätte es früher funktioniert?“ Und die andere Frage: Wie seht ihr das mit dem Aneck-Faktor? Viele Bands heutzutage trauen sich nicht mehr anzuecken, aus Angst vor Shitstorm oder Kritik. Jeder will Everybody’s Darling sein.

Alex: Das Lustigste bei TBS ist, dass unsere Fans uns in den Kommentaren beleidigen, es aber trotzdem alle gut finden.

Stroppo: Der Humor wird gecheckt. Alles ist ironisch, überall wird gestichelt, das ist der Hammer.

Alex: Wir posten eine neue Single, und drunter steht: „Meine Ohren bluten, es ist so scheiße!“

Stroppo: Es ist das Schlimmste, was ich diesen Monat gehört habe. Weiter so. Danke!

Alex: Das ist perfekt, wenn man sowas hinkriegt. So entsteht schon automatisch kein Shitstorm.

Stroppo: Wenn du korrekt bist, nichts Böses im Schilde führst, kannst du ruhig spielen. Wir wollen ja nicht provozieren, sondern Spaß haben. Unpolitisch bleiben ist für uns das Wichtigste, denn das entspannt die Menschen. Wir wollen Ausgleich schaffen. Und wenn doch mal jemand provoziert wird, kann man es erklären. Wir sind korrekt, wollen, dass sich alle gut fühlen.

Und doch ist die Welt an vielen Ecken und Enden hässlich. Beeinflusst euch das als Mensch? Musik ist noch mal eine andere Schiene, aber als Mensch? Manchmal macht einem das ja Angst. Denkt ihr, dass alles schneller vorbei sein könnte, als wir denken? Oder habt ihr Hoffnung, dass es bald wieder richtig gut wird?

Stroppo: Ich will nicht dystopisch klingen, aber ich habe schon lange die Hoffnung beendet. Meine Aufgabe ist es, mit Musik oder dem, was ich liebe, gute Gefühle zu verbreiten. Ich glaube schon lange an nichts mehr. Die Welt frustriert mich so krass, dass ich mich entschieden habe: Scheiß drauf, mach lustige Musik, genieß dein Leben. Ob sich noch was ändert? Daran glaube ich nicht. Ich verschließe die Augen, hoffe auf das Beste und mache das Beste draus mit TBS.

Okay, das deprimiert selbst mich. Dann will ich in der dunklen Stimmung bleiben und gehe nochmal auf die Fehler ein. Wollt ihr vielleicht mal ein bisschen erzählen, wo ihr heute denkt: „Das hätten wir vielleicht mal lassen sollen?“

Alex: Ich glaube, jeder Fehler gehört dazu. Fehler sind genauso wichtig wie Erfolge, weil ohne Fehler kann sich kein echter Erfolg bilden. Ganz ehrlich, welche junge Band mit 17 Jahren findet direkt den Sweet Spot und hat von Anfang an einen Plan? Keine Ahnung, ich trauere da keinem Fehler hinterher.

Stroppo: Absolut. Fehler sind das Wertvollste auf deinem Weg, um dich zu entwickeln. Fehler bedeuten nicht, dass man etwas Schlechtes gemacht hat. Wir haben halt Sachen ausprobiert, manchmal kam es nicht gut an, aber es war nie wirklich schlimm. Ich selbst habe ja Musik studiert und jahrelang krampfhaft versucht, alles perfekt zu machen. Ich wollte die Welt erklären à la Max Giesinger, also tief poetisch. Es war stressig, live immer alle Töne richtig zu singen, alles akkurat zu machen. Irgendwann hat mich das richtig fertig gemacht. Dann habe ich alles über den Haufen geworfen und bewusst Fehler gemacht. Ich habe TikTok installiert und all das. 

Das war der erste „Fehler“?

Stroppo: Ja, und es war gleichzeitig der beste Fehler meines Lebens. Auf einmal wollte ich nicht mehr perfekt sein und ich habe gemerkt, dass genau das die Musik lebendig macht.

Das glaube ich dir. Das ist ein schöner Reminder. Ich glaube, wir leben in einer Welt, wo viele gerne perfekt wären oder sich gerade auf Social Media mehr profilieren, als sie wirklich sind. Ihr macht so ein bisschen Kontrastprogramm. Ihr seid einfach da, wie ihr seid, ob man es ernst nimmt oder nicht, ist egal. Ihr macht, worauf ihr Bock habt. Trotzdem habt ihr musikalisch einen gewissen Anspruch, oder? Wenn man eure Songs hört, merkt man doch, dass euch Qualität nicht egal ist.

Stroppo: Ja klar, es muss schon geil sein, aber geil darf ja auch lustig sein.

Alex: Wir sind halt auch alle Musiker. Jeder von uns ist Instrumentalist, kann mehrere Instrumente spielen und daraus entsteht natürlich ein Anspruch an die eigene Musik. Nur weil die Texte manchmal dumm klingen, ist trotzdem alles ziemlich durchdacht. Jede Melodie, jede Textzeile ist super ausgecheckt. Es ist nicht so, dass jemand einfach irgendwas aufschreibt und wir sagen: „Cool, nehmen wir das, ist lustig.“ Wir diskutieren die Songs intensiv, feilen an Details und schauen, dass alles passt.

TBS zwischen KI-Zukunft und erfüllten Festivalträumen

Auf eurem neuen Album ist ein Feature mit Hämatom, euer Song Ü 30. Da habe ich echt ein bisschen gelacht, weil ich dachte, ihr nehmt das ein bisschen aufs Korn. Ich war mir nicht sicher, ob ihr das so meint, aber ich habe es eher als satirische, ironische Überzeichnung gesehen.

Alex: Ja, genau. Gerade das Lied ist auch aus eigener Erfahrung geschrieben.

Ich weiß gar nicht, wie alt ihr seid. Du bist doch noch nicht über dreißig, oder?

Alex: Dankeschön. Ich bin 33, fast 34.

Ach okay, das hätte ich nicht gedacht. Ich dachte, du bist noch unter 30. Gut gehalten, Alex. Aber ja, älter werden ist ja auch ein Privileg. Wir wollen alle immer jung sein, aber ich glaube, älter werden ist etwas, das man zu schätzen wissen sollte. Eine Frage hätte ich noch zu KIs. Habt ihr Angst davor? Billy Corgan von den Smashing Pumpkins meinte ja in einem Interview mit der “Zeit”, dass es in Zukunft immer weniger Bands geben wird. Vielleicht passiert es ja irgendwann. Aber denkt ihr, es könnte wirklich sein, dass es irgendwann einfach keine Livemusik mehr gibt und Musiker quasi aussterben?

Stroppo: Live-Musik wird, glaube ich, das Einzige sein, was überleben wird, weil das nur Menschen machen können. Das wird etwas Besonderes bleiben. Klar, KI übernimmt vieles. Das weiß ich auch aus eigener und privater Erfahrung, aber für Live-Musik sehe ich da wenig Gefahr. Berufe werden aussterben, klar. Aber wenn man mit der Zeit geht, gibt es immer Möglichkeiten. Livemusik ist aber wirklich etwas, das bleibt, weil es live einfach besonders ist.

Alex: KI-Musik wird auf jeden Fall noch größer werden, da bin ich mir sicher, vor allem in Bereichen wie Restaurants oder als Hintergrundmusik, wo Betreiber vielleicht keine GEMA zahlen wollen. Aber live ist das etwas anderes. Klar gibt es ABBA-Hologrammshows, aber da gehen die Leute ja nur hin, weil es ABBA ist. Wenn Musik komplett generiert wird, verliert sie diesen menschlichen Charakter. Außerdem, stell dir vor, du lässt dir von ChatGPT einen deutschen Rap-Text schreiben, das wäre katastrophal.

Ich meine, ihr seid Musiker. Ich weiß nicht, wie viel ihr lest, aber Reviews, Interviews und solche Sachen erreichen euch ja sicher. Manche Künstler wollen ja damit gar nichts zu tun haben. Aber kennt ihr auch das Gefühl, dass manche Reviews total nach KI klingen? Copy & Paste, ein bisschen KI dazu und dann einfach veröffentlicht. Genauso bei Interviews, die euch zugeschickt werden, da können sicher schon mal seltsame KI-Fragen drinstehen.

Alex: Ehrlich gesagt, das würde mich zumindest bei Interviews gar nicht stören. Die Leute, die das lesen, wollen ja vor allem unsere Antworten. Solange die echt sind, ist alles cool.

Ja, bei Interviews ist das tatsächlich noch mal etwas anders. Bei Reviews aber nicht. Eine letzte Frage noch zum Abschluss: Wo seht ihr euch 2026? Was ist euer Ziel? Habt ihr überhaupt ein Ziel, oder lasst ihr alles einfach auf euch zukommen? Bestimmt habt ihr ein paar musikalische Ziele, Festivals, oder auch persönliche?

Stroppo: Mein Lebenstraum war ganz schlicht zu implodieren.

Das ist ein schönes, schlichtes Lebensziel.

Stroppo: Und Rock am Ring zu spielen, das war schon immer mein Traum. Als ich mit 14 mein erstes Konzert gesehen habe, habe ich diese Energie aufgesaugt und wusste sofort: Das will ich reproduzieren. Für mich war klar: Ich will nie etwas anderes machen. Und irgendwann war es dann Realität, ich durfte auf Rock am Ring spielen. Ich habe innerlich implodiert.

Wow. Also hast du viele Ziele schon erreicht?

Stropo: Ja, nach 15 Jahren harter Arbeit und Durchhaltevermögen. Ich weiß gar nicht, was als Nächstes kommt?

Alex: Bei mir war es Wacken. Mein erstes Festival, ich bin mit 17 aus Mannheim hochgefahren, ein krasses Erlebnis. Letztes Jahr durften wir dort zum ersten Mal spielen.

Ihr habt sogar einen Song mit Doro aufgenommen. Das war unglaublich.

Stroppo: Einfach verrückt. Als ich das erreicht habe, hatte ich einen kleinen Breakdown. Man erreicht nach 15 Jahren ein Ziel und plötzlich muss man es genießen. Die ganze Identität, die aus Hoffen, Hustlen und Machen bestand, steht plötzlich still. Du bist angekommen und fragst dich: Was jetzt?

Dieses Gefühl beschreiben ja einige Menschen. Plötzlich hat man etwas erreicht und weiß gar nicht genau, was jetzt kommt. Sobald ein Meilenstein erreicht ist, fehlt das Ziel, und es kann sich erstmal leer anfühlen. Darüber redet Dieter Lange oft in seinen Reden.

Stroppo: Aber bei uns geht es weiter. Es gibt noch viel zu erleben. Aber zu verstehen, ich bin jetzt da, wo ich schon immer hin wollte, diesen Erfolg zu akzeptieren, das war seltsam. Ich kannte dieses Gefühl nicht und man ist erstmal traurig und ich konnte mir nicht mal erklären, wieso. 

Genau, darüber redet Dieter Lange. Spannend, dass es wohl etwas sehr menschliches ist.

Vielen Dank für eure Zeit. Ich danke euch, dass ihr mich nicht komplett durch die Mangel gedreht habt.

 

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Mia Lada-Klein ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt Musik, Kultur und Medien. Neben analytischen Texten führt sie regelmäßig Interviews mit Musikerinnen, Musikern und Kreativen und beschäftigt sich mit Identität, kreativen Prozessen und medialer Wahrnehmung.

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